Aktivitäten & Berichte

3. Juli 2017: Ortsbegehung der Ruine Wysburg im Saale-Orla-Kreis

Zur Besprechung eines Rekonstruktionsprojektes habe ich mich mit Vertretern des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Thüringen und dem Verein „Weisbach e.V.“ an der Ruine der mittelalterlichen Wehranlage Wysburg bei Weisbach getroffen. Es handelt sich dabei um eine Spornburg, die Ende des 13. Jahrhunderts im Auftrag der Vögte von Gera errichtet und weniger als ein Jahrhundert später, sehr wahrscheinlich im Vogtländischen Krieg 1354, zerstört wurde.

Heute sind die Fundamente des Bauwerks vollständig ergraben. Die alten Mauerreste wurden, mit einer Abgrenzung aus Ziegeln, um einiges an Höhe wieder aufgemauert. Die archäologischen Kleinfunde bestehen unter anderem aus keramischen Figuren, offenbar Spielzeug, und bis zu 81 kg schweren Blidenkugeln, die bei der Belagerung von der Neuenbeuthener Höhe westlich der Burg aus abgefeuert wurden. Informationstafeln an verschiedenen Stellen der Ruine liefern spannende Erkenntnisse zur Burg, so zum Beispiel den Vorgang der Schleifung nach der Eroberung.

Einige der Funde, anschauliche Modelle, Rekonstruktionen und Tafeln mit Erklärungen zum mittelalterlichen Leben sind im Museum im nahegelegenen Ort Weisbach zu besichtigen, was für uns auch den Abschluss der Konferenz bildete.

 

Blick über den Halsgraben auf die Reste der südlichen Schildmauer der Burg. Das polygonale Dach schützt die unteren Teile des ehemals wohl etwa 28 m hohen Bergfrieds. Links unten im Fels ist ein kleiner Pfad zu erkennen, der in einen kleinen Graben etwas unterhalb der Hauptburg führt. Rechts unten befinden sich aufgeschichtete Steine, die man wohl für weitere Bauarbeiten gelagert hatte.

 

Blick vom Standort des Bergfrieds auf das Burggelände. Im Vordergrund befand sich die Hauptburg mit Wohngebäuden, im Hintergrund die Vorburg mit Wirtschaftsgebäuden, so zum Beispiel die mit Schutzdächern versehenen Reste des Backofens und des Backhauses. Die spärliche Bebauung der Vorburg lässt vermuten, dass diese bei der Zerstörung noch nicht fertiggestellt war.

 

Einige von den bei den Ausgrabungen geborgenen Blidengeschossen. In der Wand erkennt man deutlich die Grenzschicht aus Ziegeln, die das originale vom neuen Mauerwerk trennt.

Weitere Informationen zur Anlage finden Sie hier: www.wysburg.de

 

24. Juni 2017: Eröffnungsveranstaltung der „MoVo – Moderne Vogelbilder“ in Halberstadt

Die in Deutschland einzigartige Kunstausstellung „Moderne Vogelbilder“ im Heineanum am Domplatz von Halberstadt lädt ab sofort zum bestaunen zahlreicher, vorwiegend naturalistischer Gemälde und Zeichnungen ein. Zur Eröffnung gab es einige Vorträge und die Verleihung des Jurypreises „Silberner Uhu – Deutscher Preis für Vogelmaler“, welcher dieses Jahr an Elke Gröning mit ihrem Bild „Familie Takahe“ ging. Gesprochen wurde zu den Themen Umweltschutz, Kunst und Ornithologie.

Die Besichtigung der Ausstellung enthüllte wieder einmal, welch eine Fülle an guten Vogelmalern in Deutschland lebt und arbeitet. 50 Künstler sind mit insgesamt 109 Bildern vertreten, welche bis zum 8. Oktober 2017 zu sehen sind. Im Ausstellungskatalog, den man über das Heineanum beziehen kann, ist jeweils ein Werk eines jeden Künstlers abgebildet. Neben den Altbekannten, die schon seit Jahren dabei sind, gibt es auch reichlich Werke von Neulingen zu bewundern.

Von mir selbst haben die Bilder „Begegnung mit Aepyornis maximus“ und „Rosalöffler (Platalea ajaja)“ den Weg nach Halberstadt gefunden. Besonders über ersteres konnte ich den Besuchern viel vermitteln, da von den Elefantenvögeln, im Gegensatz zu den bekannteren Moas, oft niemand etwas gehört hat. Aber das sollte nicht der einzige Fall sein. Neben den heimischen Vögeln sind viele wenig bekannte, exotische Arten vertreten. Und gerade diese Vielfalt, nicht nur die der Vögel, auch die der künstlerischen Techniken und Ideen, inspiriert und verbindet Künstler und Naturfreunde gleichermaßen.

Weitere Informationen und Fotos zur Ausstellung sind hier zu finden:

www.heineanum.de/de/movo-silberner-uhu.html

 

 

6.-7. Mai 2017: Malkurs bei Eugen Kisselmann in Seehausen-Schönberg / Altmark

 

    

Wasser-Schwaden (Glyceria maxima) und Silberweide (Salix alba)

 

Nachdem ich über die Ausstellungen „Moderne Vogelbilder“ und „Art & Vielfalt“ den aus Russland stammenden Tier- und Landschaftsmaler Eugen Kisselmann kennenlernte, dessen Bilder mir in der Naturmaler-Szene besonders zusagen, nahm ich diesen Frühling die Möglichkeit wahr einen zweitägigen Kurs bei ihm zu absolvieren. Der Samstagmorgen begann mit einer netten Einführung in das Atelier des Künstlers sowie einer kurzen Begehung des Biotopes hinter dem Haus, wo wir später auch malten. Dabei waren bereits eine Menge Tierarten zu beobachten, wie Brandgänse (Tadorna tadorna), Schafstelze (Motacilla flava) und Reh (Capreolus capreolus), um nur einige zu nennen. Auch suchte ich mir eine passende Stelle zum malen aus: ein kleiner Ausschnitt eines Ufers mit Wasser-Schwaden (Glyceria maxima) entsprach genau meinen Vorstellungen. Es gehört zum Herzfelder Haken, ein Altwasser. Ich habe meine Materialien geholt und Platz genommen um die Szene mit Ölfarben auf Papier einzufangen. Natürlich blieb es bei diesem Tagwerk bei einer eher skizzenhaften Ausführung. Ziel war es die Lebendigkeit und Vielfalt eines so kleinen Stückes Natur kennenzulernen und wiederzugeben. Die künstlerische Anleitung dazu war durch jahrzehntelange Erfahrung seitens des Lehrers sehr kompetent. Der Tag wurde begleitet von Vogelgesängen und quakenden Fröschen – auch ein Eisvogel (Alcedo atthis) flog einmal vorbei – und endete mit einem Gepräch zu den heute entstandenen Bildern und einer Begutachtung älterer Werke von Herrn Kisselmann.

 

Der Herzfelder Haken bei Seehausen-Schönberg mit Höckerschwan (Cygnus olor)

 

Am Sonntag wurde sofort mit dem Malen begonnen. Diesmal gingen wir ein paar hundert Meter weiter das Gewässer vom Vortag entlang, bis an eine Stelle mit mehreren Silberweiden (Salix alba), von denen eine auch Motiv für mein Bild wurde. Wieder ging es mehr um Licht, Farben, Form und schließlich die Gesamtwirkung, weniger um Details. Gegenüber war es möglich, den Eisvogel bei der Heimkehr vom Fischfang in seine Bruthöhle zu beobachten, wo er seine Jungen fütterte. Am Ende des Tages kaufte ich noch den Bildband von Herrn Kisselmann, den ich, genauso wie den Malkurs, jedem Liebhaber von realistischer Naturmalerei empfehlen kann.

Anmeldungen gibt es unter: www.eugenkisselmann.de

 

20./21. August 2016: Auf den Spuren von Zdeněk Burian

Um den großen Maler, Grafiker und Illustrator Zdeněk Burian (1905-1981) drehte sich eine Tschechien-Reise an diesem Wochenende. Mit mir und drei weiteren Kunstinteressierten aus Dresden ging es mit dem Auto über Prag und Brünn bis weit in den Osten des Landes. Ziele dieses Ausfluges waren der Anthropos-Pavillon und das Mährische Landesmuseum, beide in Brünn, und das Zdeněk Burian Museum in Štramberk.

Das Gesamtwerk des Künstlers aus Mähren ist sehr vielgestaltig in seiner Thematik und umfasst mehrere Tausend Bilder. Durch seine internationale Präsenz als Paläo-Künstler der „Alten Schule“ wurde er zu einem der einflussreichsten Vorbilder überhaupt auf diesem Gebiet.

Am Samstag war also Brünn (tschechisch: Brno) geplant, das vor allem mit einer Sonderausstellung zum Thema Urzeit im Anthropos-Pavillon lockte, einer Außenstelle des Mährischen Landesmuseums. Hier war neben einigen Fossilien und Tafeln zur Erd- und Forschungsgeschichte der Schwerpunkt auf Gemälde des Meisters gelegt, und fast alles solche, die man als Burian-Freund nur zu gut aus den vielen Urzeitbüchern der DDR und auch noch danach kennt (es muss hier erwähnt werden, dass diese Bücher auch in vielen anderen Ländern erschienen sind). Umso überraschender war es zu sehen, dass die Abbildungen in den Büchern in keiner Weise die optische Brillanz der Originale widerspiegeln. Auch wenn man die beeindruckenden Illustrationen Burians schon kennt, lohnt es sich die Malereien mit eigenen Augen zu sehen. Die Bilder zeigten Szenen von den befremdlichen Lebensformen des Paläozoikums über die Zeit der Dinosaurier bis hin zu Urelefanten und anderen Säugetieren. Nach dieser Ausstellung ging es zum Palais Dietrichstein, wo es leider keine Burian-Originale gab, aber viel Interessantes zur Archäologie, Paläontologie und Mineralogie. Danach fuhren wir nach Příbor, wo wir übernachteten.

 

Anthropos-Pavillon in Brünn

 

Am Sonntagvormittag besuchten wir das Zdeněk Burian Museum in Štramberk. Hier hatte man Einblicke in das Werk des Künstlers, welches nie den Grad an internationaler Beachtung fand wie seine Bilder über prähistorische Zeiten. Entsprechend waren mir die gezeigten Originale völlig unbekannt. Es waren unter anderem ethnologische Studien und Illustrationen für Abenteuerromane, die auf Papier gemalt waren. Das Museum ist relativ klein, die Burian-Ausstellung nimmt nur einen Dachboden ein. Dennoch war auch dieses Reiseziel die Umstände wert. Viele neue Eindrücke zu diesem herausragenden Künstler konnten gesammelt werden. Zudem werden mehrere Kataloge und Plakate mit seinen Motiven preisgünstig angeboten. Die Ausstellungskataloge lohnen sich besonders deshalb, weil die meisten enthaltenen Werke außerhalb Tschechiens meines Erachtens kaum bekannt und zu sehen sind.

Zdeněk Burian Museum in Štramberk

 

Nähere Informationen über die Ausstellungen zu Zdeněk Burian sind hier zu finden:

www.mzm.cz/de/pavilon-anthropos/kampf-der-ichthyosauriern

www.zdenekburian.cz

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